Als „Botschafter Bayerns“ fremde Länder entdeckenMein Auslandsjahr in China

Mona mit ihren Austauschfreundinnen
© MonaMit meinen Austauschfreundinnen habe ich (2. v. l.) viele Streifzüge durch Peking unternommen

 你好 (Hallo)! Mein Name ist Mona und ich durfte im Schuljahr 2019/2020 mit Unterstützung des bayerischen Kultusministeriums ein (Halb-)Jahr in China verbringen. Leider musste ich meinen Auslandsaufenthalt im Februar 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abrupt beenden, konnte aber trotzdem sechs wunderschöne Monate in der chinesischen Hauptstadt Peking (Beijing) verbringen.

Was ich an dieser Stadt so toll fand, war die aufregende Architektur: Traditionelle Häuser, Tempel, riesige Hochhäuser und Skyscraper, die Verbotene Stadt... Die Eindrücke waren unglaublich! Fast jedes Wochenende bin ich in die U-Bahn gestiegen und habe mit meiner Gastfamilie, Freundinnen und Freunden oder alleine die Stadt erkundet und immer wieder neue Ecken entdeckt. Beijing ist unglaublich facettenreich und nach sechs Monaten hatte ich immer noch das Gefühl, nicht alles gesehen zu haben. 

Mona und ihre Gastbrüder
© MonaMeine beiden Gastbrüder waren immer für einen Spaß zu haben

Selbstverständlich bin ich während meiner Zeit in China auch zur Schule gegangen: Ich hatte von Montag bis Freitag Unterricht, aber es ist auch manchmal vorgekommen, dass ich an einem Samstag oder Sonntag in die Schule gehen musste. Die Schule beginnt in China sehr früh und endet um ca. 17:30 Uhr. Wir hatten aber viele Pausen und auch Freistunden, in denen ich gemeinsam mit der anderen Austauschschülerin den riesigen Campus erkundet habe. Unsere Schule bestand aus mehreren Gebäuden, einer riesigen Bibliothek, mehreren Versammlungssälen, einem großen Sport- und Basketballplatz, einer Turnierhalle, einem Planetarium… Man hatte sehr viele Möglichkeiten, neue Sportarten kennenzulernen oder etwas Künstlerisches auszuprobieren.

In meiner Zeit an der Schule habe ich am liebsten Basketball und Tischtennis gespielt, zwei der beliebtesten Sportarten in China. Trotz der vielen Unterrichtsstunden am Tag wird in China großer Wert darauf gelegt, dass sich die Schülerinnen und Schüler genug bewegen und einen Ausgleich zum Lernen haben. Bis zur Mittagspause um 12:00 Uhr habe ich jeden Tag am Chinesisch-Unterricht teilgenommen. Auch der sprachliche Austausch mit meiner Gastfamilie hat mir dabei geholfen, die Sprache zu lernen. Mit meiner Gastfamilie habe ich englisch oder chinesisch gesprochen und sie hat mir sowohl den Pekinger Dialekt als auch den Dongbei-Dialekt, den man besonders im Norden Chinas spricht, beigebracht.

An den Nachmittagen wurde ich in meiner chinesischen Klasse in Mathematik, Chemie und Englisch unterrichtet. Die Mitschülerinnen und -schüler haben mich sehr herzlich aufgenommen und ich konnte schnell Freundschaften schließen. Nach der Schule bin ich gemeinsam mit meinem kleinen Gastbruder nach Hause gefahren. Meine Gastfamilie bestand aus meinen Gasteltern, meinen zwei kleinen Gastbrüdern, vier Hunden und einem Affen. Unsere typischen Familienabende haben gemeinsam und zuhause stattgefunden mit einem reichhaltigen Abendessen. Generell kommt dem Essen in China eine große Bedeutung zu, ein Sprichwort sagt: Wenn es deinem Magen gut geht, geht es auch dir gut. Wir haben gemeinsam stundenlang an einem großen Drehtisch gegessen, an dem man sich viele Gerichte teilen konnte. 

Essen mit der Gastfamilie
© MonaDas Abendessen mit meiner Gastfamilie war immer ein schöner Tagesabschluss

Während des Essens haben wir Spiele gespielt, Filme angeschaut und natürlich ganz viel geredet. Diese Abendstunden mit meiner Gastfamilie waren immer die schönsten des Tages. Vor dem Schlafengehen haben wir mit den Hunden und dem Affen gekuschelt und uns gegenseitig Abendgeschichten erzählt. Natürlich war der Aufenthalt in China auch eine große Herausforderung für mich und es gab schon öfters Momente der Verzweiflung, wenn ich ein Schriftzeichen auch beim tausendsten Versuch noch nicht richtig hinbekommen habe. Natürlich hatte ich manchmal auch Heimweh. Trotzdem möchte ich die Erfahrungen, die ich während meiner Zeit in China gemacht habe, auf gar keinen Fall missen. 

Anbei noch ein paar lustige fun facts, die ich in meiner Zeit in China als typisch chinesisch feststellen konnte:

- Chinesen lieben es, heißes Wasser zu trinken.
- Chinesen haben vor praktisch nichts Angst.
- Sie sind sehr offen gegenüber Fremden und man bekommt immer ein lustiges „Hello!“ zu hören.
- Der chinesische Straßenverkehr ist sehr chaotisch.
- Chinesen schlafen praktisch überall, auch in der Öffentlichkeit.
- Chinesisches Essen ist unglaublich abwechslungsreich und lecker (besonders die traditionelle Peking-Ente!).
- In der Rush-Hour U-Bahn zu fahren ist ein Kampf ums Überleben.
- Chinesen sind sehr von blauen Augen fasziniert.

Abschließend wünsche ich jeder zukünftigen Austauschschülerin und jedem Austauschschüler einen wundervollen und aufregenden Aufenthalt und nicht vergessen: Immer offen für Neues sein!

Mona

Mona

Mona besucht derzeit die 12. Jahrgangsstufe der Fachoberschule Haar. Ihr China-Aufenthalt hat sie nachhaltig beeindruckt.

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