Schulhalbjahr Gelassenheit zum Zwischenzeugnis
Heute wurden an den Schulen in Bayern die Zwischenzeugnisse ausgeteilt. Ein besonderer Tag für Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Eltern. Sind die Noten dabei eher schlecht ausgefallen, bereitet das vielen Kopfschmerzen. Schlechte Ergebnisse im Zwischenzeugnis sind jedoch noch lange kein Grund zum Verzweifeln. Das Halbjahreszeugnis bildet lediglich den aktuellen Leistungsstand ab und gibt Rückmeldung dazu, in welchen Fächern noch Verbesserungsbedarf besteht – und dafür ist im zweiten Halbjahr noch ausreichend Zeit.
Konkrete Tipps zum richtigen Umgang mit schlechten Noten und wie man die Schulleistung verbessern kann, erfahrt ihr im Video:

Sollten die Noten nicht so ausfallen, wie man es sich erwartet hat, hat man ja noch genügend Zeit, nämlich ein ganzes halbes Jahr.
Man schaut einfach erstmal, woran es gelegen haben kann.
Zum Zweiten hat man dann auch noch die Möglichkeit mit den Fachlehrkräften und Klassenleitungen zu sprechen: Wo kann ich ansetzen?
Woran hat es gelegen?
Dann gibt es an jeder Schule noch die Beratungslehrerinnen und -lehrer und auch in den Schulberatungsstellen eine Beratungslehrkraft, die gerne berät.
Bei den Zwischenzeugnissen wird erfahrungsgemäß auf zwei Sorten von Noten immer besonders geschaut.
Zum einen natürlich die besonders guten und zum anderem die, die nicht besonders gut ausgefallen sind.
Also die, die zwischen Note vier und fünf oder darunterliegen.
Gerade wenn man sich die Noten anschaut, die im unteren Bereich liegen, kommt es vor allem darauf an, in welchen Fächern diese Noten erbracht wurden.
Handelt es sich hier eher um Lernfächer, wie beispielsweise Geschichte oder Geografie oder sind es Fächer, deren Lernplan aufeinander aufbaut, so wie die Fremdsprachen oder auch Mathematik.
Je nachdem in welchen Fächern das identifiziert worden ist, kann man überlegen, ob ein Rücktritt zum Halbjahr sinnvoll erscheint.
Besonders, wenn es Defizite aus dem Vorjahr gibt.
Auch ein Schulartwechsel könnte in Betracht gezogen werden.
Hier sollte man wieder die Beratungsfachkräfte an den Schulen konsultieren und natürlich auch im Gespräch mit den Klassenleitungen bleiben.
Oftmals ist es ja so, dass gute Leistungen in den Noten belohnt werden auf irgendeine Art und Weise.
Das ist an sich sehr sinnvoll, denn gute Leistung sollte auch so honoriert und gelobt werden.
Eine tatsächlich materielle Belohnung für die Note eins und zwei erscheint jedoch nicht sehr sinnvoll, da das Lernen ja weiterhin Spaß machen sollte.
Schlechte Leistungen in irgendeiner Art und Weise zu bestrafen, erscheint überhaupt nicht pädagogisch wertvoll.
Hier sollte man eher schauen: In welchem Bereich gibt es Stärken und Ressourcen, um die dann zusammen mit den Kindern herauszuarbeiten und daran zu arbeiten.
Die Schulleistungen sind abhängig von unterschiedlichen Faktoren.
Da steht an erster Stelle das Vorwissen.
Ich schaue also als Beraterin oder als Elternteil nach, haben die Kinder Vorwissenslücken aus den Vorjahren.
Die kann man manchmal ganz gut schließen, indem man sich gezielte Nachhilfe sucht oder eben ein Lerncoaching macht.
Neben den Vorwissenslücken, kann es auch an der Motivation liegen.
Zu überlegen „Warum mag mein Kind nicht, warum mag die Schülerin, der Schüler nicht“, das ist ein wichtiger Punkt, den man berücksichtigen sollte.
Dann liegt es vor allem auch an der Arbeitshaltung.
Wie lernt der Schüler, die Schülerin?
Hat er ein festes Programm, weiß er wie er seine Hausaufgaben macht, wie er sich auf Schulaufgaben und Stegreifaufgaben vorbereitet?
Das ist es, wo man hinschauen sollte: auf die Arbeitshaltung.
Hier kann man auch mit Lerncoaching sehr viel erreichen, wenn man den Kindern einfach mal innerhalb von einer Woche zeigt: Schau her, so ist es ganz besonders gut aufzubauen.
Es kann aber auch am Selbstkonzept liegen.
Es gibt natürlich viele, die sagen „Ich kann das sowieso nicht“.
Bitte daran arbeiten.
Oder eben die Schüler, die sagen „Boah, ich kann das“.
Bitte an den eigenen Stärken arbeiten und sich selber gut im Auge behalten.
Und die Stärken sind dann das, auf was wir in der Beratung besonders achten und ansetzen.
Warum hat zum Beispiel eine Schülerin oder ein Schüler in einem Fach die gute Note und dann überlegen, wie man diese Stärke auf ein anderes Fach übertragen kann.
Da brauchen die Schülerinnen und Schüler Unterstützung.
So ganz alleine werden sie das nicht rausfinden.
Aber die erhält jeder ganz gezielt an seiner Schule.
Einfach mal nachfragen.
Dagmar Neubig-Reichensperger
Dagmar Neubig-Reichensperger ist zentrale Beratungslehrkraft für Realschulen an der Staatlichen Schulberatungsstelle für München Stadt und Landkreis.
Daniel Zahn
Daniel Zahn ist zentrale Beratungslehrkraft für Gymnasien an der Staatlichen Schulberatungsstelle für München Stadt und Landkreis.
Staatliche Schulberatung
Der gesamten Schulfamilie stehen die Beratungslehrkräfte sowie Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an den Schulen vor Ort zur Verfügung. Bei Fragen, die über die einzelne Schule hinausgehen, gibt es Ansprechpersonen an den neun Staatlichen Schulberatungsstellen.