Quereinstieg Vom Robotik-Startup ins Klassenzimmer
Joachim Steven hat Industriedesign studiert und über vier Jahre bei einem Robotik-Startup in München gearbeitet. Durch Zufall ist er bei einem Gespräch mit seiner Schwägerin darauf aufmerksam geworden, dass man auch ohne Lehramtsstudium an der Schule unterrichten kann – und hat sich daraufhin schlau gemacht.
Im Video erzählt er von seinem Quereinstieg an die Schule und verrät, was ihm an seinem jetzigen Beruf als Lehrer am besten gefällt.
Joachim Steven über seinen Quereinstieg ins Lehramt:

1 Guten Tag, mein Name ist Joachim Steven.
Ich bin 35 Jahre alt 2 und ich bin Quereinsteiger.
3 Vor gut drei Jahren habe ich mich entschieden meinen Beruf zu wechseln 4 und nun bin ich Kunstlehrer am Wittelsbacher Gymnasium in München.
5 Bevor ich Lehrer geworden bin, habe ich fünf Jahre lang als Industriedesigner 6 in einem Robotik-Startup in München gearbeitet.
7 Dort war ich zuständig für die Produktgestaltung von Hardware und Software 8 aber auch für das visuelle Erscheinungsbild des Unternehmens.
9 Auf die Sondermaßnahme bin ich aufmerksam geworden, 10 indem ich ein Gespräch geführt habe mit meiner Schwägerin, die mich gefragt hat, 11 ob ich mir nicht vorstellen könnte, an einer Schule zu unterrichten.
12 Sie selber ist Lehrerin 13 und mir war eigentlich gar nicht klar, dass man als Fachfremder 14 auch an Schulen unterrichten kann.
15 Ich habe mich dann auf der Internetseite des Kultusministeriums schlau gemacht 16 und bin relativ schnell auf die Sondermaßnahme im Fach Kunst gestoßen.
17 Habe mich dann auch gleich beworben, 18 meine Bewerbung wurde auch angenommen 19 und kurze Zeit später begann auch schon das Referendariat.
20 Die Vorteile der Sondermaßnahme sehe ich darin, 21 dass man auch nochmal das Referendariat durchläuft.
22 – Hier lernt man eine ganze Menge, zum Beispiel 23 wie man den Unterricht vorbereitet 24 aber auch wie man vor der Klasse steht.
25 Man bekommt sehr viel Feedback von den Seminarlehrern, 26 aber man hat auch einen engen Austausch mit den Referendarinnen und Referendaren 27 aus dem klassischen Lehramtsstudium.
28 Daneben sehe ich den Vorteil der Sondermaßname, dass man trotzdem 29 die Chance hat, dass man eine verbeamtete Planstelle bekommt.
30 Somit ist man später auch gleichgesetzt mit den Kolleginnen und Kollegen, 31 die am Gymnasium unterrichten.
32 Besonders gut gefällt mir am Lehrerberuf das eigenverantwortliche Arbeiten, 33 aber natürlich auch die Nähe zu den Kindern und Jugendlichen, 34 gerade wenn man sie für das Fach Kunst begeistern kann.
35 Und dann natürlich auch das weitgefächerte Themenspektrum.
36 Man kann unterschiedliche Projekte im Unterricht behandeln.
37 Man kann sich aber auch außerhalb des Unterrichts 38 verwirklichen, indem man zum Beispiel Sonderformate anbietet.
39 Ich biete zum Beispiel in der fünften Jahrgangsstufe 40 auch eine besondere Kunstklasse an, 41 wo ich die Schülerinnen und Schüler noch einmal zwei Stunden extra 42 am Nachmittag unterrichten kann.
43 Oder auch in der Oberstufe, 44 wo ich ein P-Seminar zum Thema Fotografie leite.
Joachim Steven
Joachim Steven ist Kunstlehrer am Wittelsbacher Gymnasium in München. Der gebürtige Hamburger schätzt am Lehrerberuf das eigenverantwortliche Arbeiten, aber auch die Nähe zu den Kindern und Jugendlichen.