Mittelschule – stark für jeden WegMittelschule erlebbar machen – meine Arbeit als Mittelschulmentorin
Mein Name ist Christina Wühr. Ich arbeite als Lehrerin an einer bayerischen Mittelschule und begleite als Mittelschulmentorin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Studierende, die überlegen, Lehrkraft zu werden. Dabei verbinde ich meine tägliche Arbeit im Klassenzimmer mit der Aufgabe, Studierenden Einblicke in die Praxis zu ermöglichen und sie auf ihrem Weg ins Lehramt Mittelschule zu unterstützen.
„Wie ist das eigentlich wirklich an der Mittelschule?“
Diese Frage begegnet mir in meiner Arbeit an der Universität regelmäßig. Oft steht hinter dieser Frage mehr als reine Neugier – nämlich der Wunsch, ein realistisches Bild dieser Schulart zu bekommen und herauszufinden, ob das Lehramt Mittelschule zum eigenen Berufsweg passen kann.
Praxisnah begleiten
Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit ist die enge Verbindung zur Schulpraxis. Ich bin weiterhin als Lehrkraft an der Mittelschule Eichstätt-Schottenau tätig und bringe diese Erfahrungen bewusst in meine Arbeit an der Universität ein. Gespräche mit Studierenden basieren deshalb nicht ausschließlich auf theoretischen Inhalten, sondern auch auf konkreten Einblicken in den Schulalltag, in Unterrichtssituationen, Projekte, Klassenleiterarbeit und Berufsorientierung. Gerade diese Praxisnähe ermöglicht es, Chancen und Herausforderungen des Lehrberufs offen anzusprechen und Studierenden eine realistische Orientierung zu geben. Viele erleben dadurch erstmals, wie vielseitig, beziehungsorientiert und praxisnah die Arbeit an der Mittelschule ist. Ich arbeite sowohl mit der Studierendenberatung der KU Eichstätt, als auch mit dem Beratungsnetzwerk des Bayerischen Kultusministeriums zusammen. Beides sind wertvolle Partner bei der Beratung von Studierenden und potentiellen zukünftigen Kolleginnen und Kollegen.

Austausch auf Augenhöhe ermöglichen
Mentoring verstehe ich als Begleitung. Dabei arbeite ich mit unterschiedlichen Zielgruppen. Studierende des Lehramts an Mittelschulen unterstütze ich bei Fragen, Unsicherheiten oder Entscheidungsprozessen während ihres Studiums. In Gesprächen helfe ich dabei, Herausforderungen einzuordnen, Perspektiven zu entwickeln und sichere Informationen zu erhalten. Wenn notwendig, vermittle ich Studierende auch an weitere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, beispielsweise an Seminarleitungen, universitäre Beratungsstellen oder das Beratungsnetzwerk des Kultusministeriums.
Gleichzeitig begleite und berate ich Studierende anderer Studiengänge, die Interesse am Lehramt Mittelschule haben oder sich über diese Schulart informieren möchten. Gerade für diese Studierenden ist es oft hilfreich, frühzeitig Einblicke in die Mittelschule zu erhalten und Fragen offen besprechen zu können.
Mentoring bedeutet für mich dabei auch, Studierende in Momenten zu begleiten, in denen Zweifel entstehen. Das Lehramtsstudium ist für viele eine Zeit intensiver Orientierung. Fragen wie „Passt diese Schulart wirklich zu mir?“ oder „Kann ich den Anforderungen dieses Berufs gerecht werden?“ begegnen mir in Gesprächen immer wieder – und genau für diese Fragen möchte ich Raum schaffen.

Teil eines starken bayernweiten Mentoren-Netzwerks
Auch wenn ich meine Arbeit an der Universität Eichstätt individuell gestalte, bin ich Teil eines bayernweiten Netzwerks von Mittelschulmentorinnen und -mentoren. Dieses Angebot gibt es an allen bayerischen Universitäten, an denen das Lehramt für Mittelschulen studiert werden kann. Meine Kolleginnen und Kollegen arbeiten an den Universitäten Augsburg, München, Passau, Regensburg, Nürnberg, Bamberg und Würzburg.
Wir stehen in engem und regelmäßigem Austausch, entwickeln gemeinsame Projekte und unterstützen uns gegenseitig in unserer Arbeit. Gleichzeitig gestaltet jede Universität Mentoring ein Stück weit individuell – angepasst an die Strukturen vor Ort und die Bedürfnisse der Studierenden.
Ich schätze diese Zusammenarbeit sehr und bin ausgesprochen dankbar, Teil dieses engagierten und unterstützenden Teams zu sein. Der kollegiale Austausch, die gemeinsamen Ideen und das gegenseitige Lernen sind für mich eine große Bereicherung und tragen wesentlich dazu bei, das Lehramt an Mittelschulen bayernweit sichtbar und greifbar zu machen.
Mittelschule sichtbar machen
Ergänzend zu meiner Arbeit an der Universität nutze ich Social Media, um Einblicke in den Schulalltag zu geben, Gedanken zu teilen und Fragen aufzugreifen, die Studierende beschäftigen. Ziel ist es, die Mittelschule transparent darzustellen und einen authentischen Eindruck dieser Schulart zu vermitteln. Diese zusätzlichen Einblicke helfen vielen Studierenden dabei, sich mit der Mittelschule auseinanderzusetzen und ein realistisches Bild des Berufs zu entwickeln.
Brücken zwischen Universität und Schule bauen
Meine Aufgabe als Mittelschulmentorin sehe ich darin, eine Brücke zwischen Universität und Schulpraxis zu schlagen. Ich möchte Studierende dabei unterstützen, eine reflektierte Entscheidung für ihren beruflichen Weg zu treffen und die Mittelschule in ihrer Vielfalt kennenzulernen.
Die Mittelschule bietet vielfältige pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten und lebt von Beziehung, Vertrauen und individueller Förderung. Studierende auf diesem Weg begleiten zu dürfen und ihnen Einblicke in diese besondere Schulart zu geben, ist für mich das Herzstück meiner Mentoring-Arbeit.

Christina Wühr
Christina Wühr ist Lehrkraft an der Mittelschule Schottenau in Eichstätt und Mittelschulmentorin an der Katholischen Universität Eichstätt.