Bayerischer Archäologiepreis SchuleVon römischen Öfen zum Archäologiepreis: Schülerinnen machen Geschichte lebendig

Für ihr Projekt „Umzug und Neugestaltung der archäologischen Ausstellung“ wurden die Schülerinnen des W-Seminars „Geschichte der Archäologie“ des St. Marien-Gymnasiums Regensburg mit dem Bayerischen Archäologiepreis Schule 2025 ausgezeichnet. W-Seminar-Leiterin Dr. Katrin Kunert erzählt uns mehr zu dem Projekt.
 

​Wie alles begann

Bei dem Neubau unserer Schulmensa (2007 – 2010) wurde in der geplanten Baugrube eine römische Villa mit neun Öfen und Fußbodenheizung freigelegt. Die archäologischen Untersuchungen dauerten länger als gedacht, waren aber sehr erfolgreich.

2011 wurden unserer Schule dann die schönsten Fundstücke von der Mittelalterarchäologin und damaligen Referatsleiterin für die Oberpfalz und Niederbayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege Frau Dr. Codreanu-Windauer für eine Ausstellung im Schulhaus übergeben.

Das P-Seminar „Römer in Regensburg“ (2009 – 2011) gestaltete damals eine Ausstellung mit 15 Informationstafeln zum Leben der Römer in Regensburg. Die Inhalte der Plakate standen in direktem Zusammenhang zu den Funden. Bei einem Römerfest konnte die Ausstellung eröffnet und sowohl für den Geschichts- als auch für den Lateinunterricht genutzt werden.

Von 2014 – 2019 wurde unsere Schule dann generalsaniert. Die Tafeln der Ausstellung sind zwar eingelagert worden, konnten aber nach dem Umbau aus Brandschutzgründen nicht mehr aufgehängt werden. Auch die Vitrinen mit den Fundstücken kamen wegen des Brandschutzes an eine nahezu „unsichtbare“ Stelle der Schule, wurden aber trotzdem für das Profilfach Archäologie, den Latein- und Geschichtsunterricht weiter intensiv genutzt.

Und so ging’s weiter

Bild: Zwei römische Pappfiguren stehen nebeneinander.
© St. Marien-Gymnasium Regensburg

Für besondere Events in der Schule gestaltete der Archäologiekurs (2018 – 2019) zwei lebensgroße Römerfiguren, die auf die Ausstellung aufmerksam machten.

Außerdem entwarfen die Kursteilnehmerinnen ein Roll-up, das auf wichtige Einzelfunde hinwies und den Charakter der Villa mit den Rohren der Fußbodenheizung in Szene setzte.

Bild: Fotos von Funden, wie zum Beispiel eine Öllampe oder eine Räucherschale.
© St. Marien-Gymnasium Regensburg

Die Schülerinnen des vorletzten Archäologie-Kurses (2022-2023) gaben schließlich den beiden Figuren, die immer am Tag der offenen Tür sowie am Latein-Informationstag für die archäologische Ausstellung warben, Namen und verfassten zu der Römerin Claudia und dem Römer Dorian eine passende Liebesgeschichte, die natürlich in „unserer“ Römervilla spielt.

Die Geschichten „Mit Claudia und Dorian durch unsere archäologische Schulausstellung“ (Siehe Download-Block „Mit Claudia und Dorian durch unsere archäologische Schulausstellung) wurden im Geschichts- und Lateinunterricht, aber auch im Deutschunterricht vorgelesen.

Durch den Übergang vom G 8 zum G 9 wurde das Profilfach Archäologie leider nicht mehr von ausreichend Schülerinnen gewählt, so dass im Sommer 2024 der letzte Archäologiekurs die Schule verließ.

Bevor die Schülerinnen ihr Abiturzeugnis erhielten, setzten sie sich noch dafür ein, dass die Vitrinen samt der Ausstellung einen neuen Standort sowie ein neues Konzept bekamen. Um der Ausstellung die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen, suchten die Schülerinnen nach einem passenden Ort und gestalteten originelle Hinweisschilder.

Im November 2024 bekamen die Vitrinen mit den archäologischen Fundstücken im 1. Stock unseres Schulhauses endlich ihren neuen Platz.

Das W-Seminar „Geschichte der Archäologie“ nahm sich der Ausstellung an und entwickelte ein Projekt, um das Roll-up zu den Funden zu erneuern und eine spannende Geschichte zu verfassen, die am Tag der offenen Tür gezeigt werden konnte.

Alle Funde wurden, bevor sie ihren Platz in der Vitrine bekamen, fotografiert. Anschließend haben die Schülerinnen die Fotos bearbeitet und als Collage zusammengefügt. In der Bildergalerie kann man beispielhaft nachvollziehen, wie die Entwicklung vom Einzelfoto bis zur Bearbeitung vonstattenging. Drei Doppelstunden nahm diese Tätigkeit in Anspruch.

© St. Marien-Gymnasium Regensburg

Entstanden ist ein neues Plakat, das nun zwischen den Vitrinen hängt und auf spezielle Funde hinweist.

Eine zweite Gruppe hat zu einigen der Funde mit passenden Fotos, die alle in Regensburg entstanden, einen Comic gestaltet (Siehe Download-Block „Der Fluch der Haarnadel“), der am Tag der offenen Tür 2025 erstmals gezeigt wurde.

Ein Projekt im Rückblick: Wirkung und Bedeutung

Bis die archäologische Ausstellung unserer Schule endlich wieder einen würdigen Platz und eine Eröffnung am Tag der offenen Tür 2025 erleben durfte, hat es sehr lange gedauert.

Viele Schülerinnen haben über Jahre hinweg dazu beigetragen, dass heute eine moderne und zeitgemäße Präsentation der Funde möglich ist.

Die Abschlussarbeiten hat das W-Seminar „Geschichte der Archäologie“ übernommen. 15 Schülerinnen überarbeiteten das zuvor festgelegte Konzept und gaben dem ganzen Projekt einen „frischen Wind“. Gleichzeitig übten sie sich bei der Recherche im wissenschaftlichen Arbeiten und im Bearbeiten von Bildern. Beides brauchen sie für einen erfolgreichen Abschluss ihrer W-Seminararbeiten zu vielfältigen archäologischen Themen sowie für die Präsentation der Arbeiten. Mit ihrem Collagen-Plakat und dem Comic haben sie entscheidend zum Gelingen der Ausstellung beigetragen.

Zum zweiten Mal gab es nun eine archäologische Dauerausstellung an unserer Schule. Bei der Eröffnung erfolgte eine anschauliche und spannende Präsentation der Ergebnisse für die neuen Schülerinnen unserer Schule. Diese waren vom Lernen mit allen Sinnen begeistert. Sie konnten zuhören, alles anschauen, Spiele ausprobieren und römische Dinkelkekse genießen.

Die Geschichtslehrerinnen und -lehrer der 6. Klassen nutzen die archäologische Ausstellung sowohl für ihre Einführung in das Fach Geschichte als auch für die Darstellung der Römerzeit. Der Geschichtsunterricht wird damit lebendig und anschaulich. Auch bei den Lateinlehrkräften ist die Ausstellung aus diesen Gründen sehr beliebt.

Bei Schulkonzerten, Elternabenden und Elternsprechtagen wird die Dauerausstellung in Zukunft hoffentlich stark frequentiert, sie führt jetzt kein Nischendasein mehr.

Dr. Katrin Kunert

Dr. Katrin Kunert

Katrin Kunert ist Lehrerin am St. Marien-Gymnasium Regensburg und hatte bzw. hat die Leitung des Profilfachs Archäologie (2011 - 2024) sowie des W-Seminars „Geschichte der Archäologie“ (2024 – 2026) inne.

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