P-SeminarVom Klassenzimmer in den Weinberg – der „Abiturwein 2024“

Am Anfang des P-Seminars stand die Arbeit im steilen Weinberg auf dem Programm: einen Tag Weinlese statt Unterricht. Das hört sich zwar gut an, wie anstrengend das ist, davon konnten sich 15 Schülerinnen und Schüler des P-Seminars „Abiturwein“ vom Riemenschneider Gymnasium Würzburg und ich, ihr Seminarleiter Klaus Perneker, überzeugen. Pünktlich um acht Uhr in der Früh erfolgte eine Einweisung durch Herrn Martin Schmitt, Winzer des Weinguts „Schmitts Kinder“ in Randersacker.

Ausgestattet mit Scheren, Eimern und Butten ging es anschließend in eine Steilhanglage des Marsberges in Randersacker bei Würzburg. Dort ernteten wir die Sorte Silvaner. Zum Glück erwischten wir einen traumhaften Tag: Der Nebel und die frostigen fünf Grad Celsius vom Morgen waren schnell vergessen und die Sonne erwärmte uns, ohne dass man ins Schwitzen kam. Nach einer Pizza-Häcker-Brotzeit mit leckerem Traubensaft ging es gestärkt weiter. Die Gruppe erreichte das gesteckte Tagesziel, den Weinberg zu Ende zu lesen.

Nach der Lese ist vor der Gärung

Im weiteren Verlauf des Projekts protokollierten wir den Ausbau des Weins. Das Waschen, Zerkleinern, Maischen, Abpressen und Vergären wurden im Weinkeller von verschiedenen Schülerinnen und Schülern begleitet. Schon bei einem gemeinsamen Abstich nach drei Wochen verringerte sich der Öchslegrad (Maßeinheit zum Messen des Mostgewichts im Wein) durch die Vergärung von 94 – gemessen mit dem Refraktometer am Weinberg – auf 78.

Und was hat das mit Schule zu tun?

© Klaus Perneker

Das Leitfach des Seminars war Chemie. In der Schule fanden zunächst erste qualitative Nachweise der Weininhaltsstoffe statt. Die quantitative Analyse des Alkohol-, Säure- und Zuckergehalts erfolgte dann an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Lehrstuhl für Chemiedidaktik von Herrn Prof. Geidel. Betreut durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führten die Schülerinnen und Schüler in einem Universitätslabor die entsprechenden Messungen durch, die dann bei der Qualitätsweinprüfung an der Regierung von Unterfranken bestätigt wurden.

Krönender Abschluss: Ausflug ins Weinland und eine Auszeichnung

© Klaus Perneker

Im weiteren Projektverlauf wurde das Flaschenetikett für die insgesamt 1.500 Bocksbeutel (typische Flasche in flachgedrückter Form aus Franken) des „Abiturweins“ entworfen. Für die Vorderseite des Bockbeutels nahmen die Schülerinnen und Schüler ein Foto von der Weinlese als Designvorlage und gestalteten dann das Etikett gemeinsam (siehe Bild links). Auch die Etikettierung im Weingut führten die Schülerinnen und Schüler selbständig durch.

Exkursionen zur Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und zu den „Terroir f“-Stationen im Würzburger Umland vertieften das Verständnis für den Weinanbau in Unterfranken und rundeten das Projekt „Abiturwein“ ab. Unter „Terroir f“ versteht man übrigens Aussichtspunkte, die einen besonderen Blick auf das Fränkische Weinland bieten.

Die Arbeit hat sich gelohnt: Unser Projekt „Ausbau eines Abiturweins und dessen chemische Analyse“ erhielt den P-Seminarpreis der unterfränkischen Gymnasien 2024. Sogar in der Weinnation Italien wurde vom Abiturwein berichtet – worauf wir besonders stolz sind. Hier geht es zum italienischen Zeitungsartikel: https://www.repubblica.it/

Klaus Perneker

Klaus Perneker

Klaus Perneker hat das P-Seminar betreut und unterrichtet die Fächer Biologie, Chemie, Geographie sowie Natur und Technik am Riemenschneider-Gymnasium in Würzburg. Er ist außerdem Oberstufenkoordinator und Mitglied der Erweiterten Schulleitung.

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