Vorleseaktion Ein Fall für die Schwarze Pfote

Der bekannte Moderator und Kinder-Krimi-Autor Benedikt „Beni“ Weber erfand vor über zehn Jahren die unterhaltsame und spannende Kinderbuchreihe „Ein Fall für die Schwarze Pfote“. Inzwischen gibt es bereits elf Bücher, in denen der Hund Hugo, der tierisch schlaue Held der Bücher, und seine Freunde Detektivfälle aufdecken.

Heute liest euch Beni in seinem Vorlesevideo aus seiner Detektivgeschichte „Hugo sucht den Super-Schurken“ (erschienen im Tulipan Verlag) vor: Was hat die Einbruchsserie in Hommelsdorf mit der neuen Talkshow zu tun? Schaut rein und fiebert mit!

00:00--:----:--75%
Video

 Wenn ihr Lust habt, lese ich euch jetzt mal zwei Kapitel aus einem Band meiner Detektiv-Buchreihe "Die Schwarze Pfote" vor.

Mittlerweile gibt's elf verschiedene Fälle und ich habe mir den hier ausgesucht: "Hugo sucht den Super-Schurken".

Die "Schwarze Pfote", das sind Merlin, Fips, Charlotte und der kleine Hugo.

Und die haben im allerersten Band einen Detektiv-Club gegründet und lösen nun in jedem Abenteuer einen richtig spannenden Fall.

Pass auf.

Ich überspringe die ersten Seiten.

Hier erfährt man, dass sich hier alles um eine Live-Casting-Fernsehshow dreht.

Und da treten jetzt drei Jungs auf, die die Mitglieder der Schwarzen Pfote schon sehr gut kennen.

Seite 36: "Die Drei von der Müllabfuhr" Giuseppe, Ali und Gülcan sahen aus wie aus dem Ei gepellt.

Ihre orangefarbenen Arbeitsklamotten waren frisch gewaschen und strahlten, als wären sie noch nie im Einsatz gewesen.

Guiseppe und Gülcan trugen die typischen, gleichfarbigen Schirmmützen.

Ali hatte sich eine glänzende Haartolle zurecht gekämmt.

Alle drei hielten einen Besen in der Hand.

"Simma die drei von die Müllabfuhrä", stellte Guiseppe seine Band vor.

Sein schwarzer Schnurbart war mit Haarspray peinlich genau in Position gebracht.

"Und wat zeigt ihr uns?", wollte Peter Pohlen wissen.

Peter Pohlen ist der fiese Musikproduzent, der in der Jury sitzt zusammen mit Kevin Kabel, einem Schlagersänger, und Linda Zemoll.

Ali schnappte sich das Mikrofon.

"Eh, wir singen halt, Mann", erklärte er.

"Ha, na dann singt halt mal, Mann", äffte ihn der eingebildete Musikproduzent nach.

Der Saal tobte.

Die Musik setzte ein und die drei Nachwuchsstars fingen an, mit ihren Besen übertriebene Ruderbewegungen zu machen.

"Hey, wie die Gondelfahrer in Venedig", stellte Theo Feldmann fest.

Charlotte ließ sich nach vorne auf den Bauch fallen und stützte ihren Kopf in die Hände.

"Jetzt bin ich aber mal gespannt".

Die drei von der Müllabfuhr schmetterten los, Giuseppe gab eindeutig den Ton an.

Dass Ali statt "sole" schon wieder "sale" sang, ging im Jubel des Publikums unter.

Und von Gülcan kam "lo, lo, lolololo", aber immerhin im Takt.

Insgesamt gesehen, war der Auftritt gar nicht schlecht.

Im Wohnzimmer der Feldmanns brach ein Begeisterungssturm los.

Auch Ida wurde davon angesteckt.

Glucksend riss sie die Arme in die Luft und patschte sie über ihrem Kopf zusammen.

Hugo drehte sich bellend im Kreis.

Jetzt lag es in der Hand der Jury, ob die drei es in den sogenannten Recall, also in die nächste Runde, schaffen würden.

Peter Pohlen schrieb übertrieben langsam etwas auf einen Zettel, der auf dem Pult vor ihm lag.

Dann lehnte er sich zurück.

"Äh, wat macht ihr nochmal beruflich?", wollte er wissen.

Diesmal meldete sich Gülcan zu Wort.

"Eh, isch glaub, da's nisch so schwer zu erraten, oda", antwortete er frech.

Man hörte Jubel im Publikum und im Wohnzimmer.

Gülcan genoss den kurzen Moment des Ruhms.

"Eh, simma die coolste Müllabfuhr, wo gibt." Peter Pohlen setzte zum Gegenschlag an.

"Naha, dann solltest du, das Walross und der Schmalspur-Elvis schleunigst eure Stimmen in die nächste Tonne treten...

...und auf den Sondermüll bringen", sagte er hochnäsig.

"Von mir ein klares Nein".

Buh-Rufe aus Publikum und Wohnzimmer ertönten.

Als nächstes war Linda Zemoll an der Reihe.

"Ah, also ich hab das eichentlich chanz doll chefunden", säuselte sie mit ihrem holländischen Akzent.

Gs hörten sich bei ihr an wie C und H.

"Von mir bekomme die leckeren Bube ein Ja".

Ihr Urteil löste wieder begeisterten Jubel aus, sowohl im Studio, als auch vor den Fernsehbildschirmen.

"Was für eine Frau", schwärmte Theo Feldmann grinsend.

"Hä, also hör mal".

Gespielt eifersüchtig knuffte seine Frau ihm in die Seite.

"Die sieht doch aus wie ne pummlige Barbie-Puppe." "Oh Linda, lass mich dein Ken sein", schmachtete Merlins Vater theatralisch Richtung Fernseher.

"Pst", zischte Merlin.

Seine Eltern wurden schon wieder peinlich.

"Jetzt geht's um alles oder nichts".

Kevin Kabel, der Schlagersänger, wurde in Großaufnahme gezeigt.

Charlotte setzte sich auf und schüttelte wild ihre Fäuste, als würde sie gleich ein paar Würfel schmeißen.

Bisher kannte Merlin so ein Verhalten nur von Ida, wenn man ihr ein Erdbeereis vor die Nase hielt.

"Süüüß", quiekte seine Freundin erneut.

Kevin Kabel beugte sich mit einem arroganten Blick etwas nach vorne.

"Müll muss entsorgt werden.

Von mir auch 'n Nein".

Die Enttäuschung war groß.

Was für ein Idiot, dachte Merlin.

Vor Charlotte sprach er lieber nicht laut aus, was er von ihrem Idol hielt.

Giuseppe und seine Jungs nahmen es gelassen.

Sie verbeugten sich artig, ließen sich noch ein wenig beklatschen und machten Platz für die nächsten Kandidaten.

Hinter der Bühne wurden sie von der Backstage-Kamera erwartet und Giuseppe beugte sich hinein.

"Ha, habe mir große Spaß gehabt", sagte er lachend.

"Für uns hat sisch die Ausflug auf jede Fall gelohnt".

Dass er damit alles andere als recht hatte, erfuhr Merlin am nächsten Morgen.

Das nächste Kapitel noch.

Heißt: "Einssass" Auf dem Weg in die Schule kam Merlin auf der Bergmannstraße das Auto von Hauptkommissar Premberger entgegen.

Er winkte.

Der Wagen bremste ab und kam neben ihm zum Stehen.

"Morgen, Herr Premberger", grüßte Merlin.

Hugo, der mit auf dem Fahrrad war, hechelte aufgeregt und wedelte mit dem Schwanz.

"Guten Morgen, ihr Racker", brummte der Kommissar freundlich.

"Na, auf dem Weg in die Schule?" "Klar", sagte Merlin, "und Sie?" "Einssass".

Erst jetzt bemerkte Merlin Frau Polizeiobermeister Kinkel auf dem Beifahrersitz.

"Äh, oh guten Tag Frau Kinkel.

Was haben Sie gesagt?" Merlin hatte den Eindruck, dass ihr Lispeln jedes Mal schlimmer wurde.

"Wir kommen gerade von einem Einsatz zurück", übersetzte Premberger die Aussage seiner Kollegin.

"Einbruch.

Waren fast die ganze Nacht dort.

Spurensicherung und so", ergänzte er gähnend.

"Oh je.

Und bei wem?" Erneut schob Frau Kinkel sich in Merlins Blickfeld.

"Giusseppe Carusso", lispelte sie.

Diesmal verstand Merlin sie auch ohne Übersetzung.

Oh nee, der arme Giuseppe, dachte er.

Herr Premberger kratzte sich am Kinn.

"Die Täter müssen gewusst haben, dass Caruso und seine Frau nicht zuhause waren.

Sind einfach reinspaziert".

"Nur hatten sie nicht mit Elisabetta Caruso gerechnet, der 85-jährigen Oma".

Der Kommissar pfiff beeindruckt durch die Zähne.

"Mit der Dame sollte man sich besser nicht anlegen...

...Sie hat einen der Täter überrascht und ihm ne Bratpfanne über den Kopf gezogen...

...Leider nicht fest genug.

Der Typ konnte fliehen".

"Und wurde was gestohlen?", wollte Merlin wissen.

"Goldene Armbanduhr.

Erbstück".

Premberger hielt seine Antwort kurz.

Das Funkgerät hatte zu knistern begonnen.

"Hier Zentrale.

Wagen 1 in die Bahnhofstraße 14", tönte es blechern.

"Ahh, das gibt's doch nicht", stöhnte Premberger und schaltete das Blaulicht ein.

"Wir müssen los", rief er Merlin zu.

Dann drückte er aufs Gas und der Polizeiwagen raste davon.

Bei der Schule angekommen, traf Merlin als erstes auf seinen besten Freund.

Hugo war diesem sofort, als er ihn gesehen hatte, auf den Arm gesprungen und ließ sich genüsslich den Bauch kraulen.

"Hi Fips".

Natürlich wollte Merlin gleich die Neuigkeiten berichten.

"Du wirst nicht glauben, was passiert ist".

Doch weiter kam er leider nicht.

Mit quietschenden Reifen schlitterte ein Fahrrad zwischen die beiden.

Auf dem Sattel saß Frederik Penkwitz, der größte Angeber der Klasse.

Außer dem etwas dämlichen Mike Renner konnte ihn niemand in der Schule wirklich leiden.

"Hey, ihr Penner".

Frederik sprach die Worte nicht.

Er rülpste sie aus vollem Hals.

"Wie eklig ist das denn!" Merlin und Fips drehten sich angewidert zur Seite.

In dem Moment stieg Charlotte neben ihnen von ihrem Rad.

"Tolle Leistung, du Ekelpaket", machte sie sich über Frederik lustig.

"Das macht dir bestimmt keiner so schnell nach".

Der fiese Frederik schluckte wieder Luft und setzte noch einen oben drauf.

"Penkwitz.

Power", rülpste er.

Anscheinend war das sein neuer Schlachtruf.

Im Wegfahren drehte er sich um.

"Ich kann das ganze Alphabet in einem durchrülpsen", verkündete er stolz.

"Damit bewerbe ich mich beim Mega-Talent".

"Idiot", sagten Merlin, Fips und Charlotte wie aus einem Mund.

Die Schulglocke ertönte und kündigte den Beginn der ersten Stunde an.

"Hugo, schön brav hier draußen warten", befahl Merlin seinem Hund.

Dann wandte er sich an die beiden anderen Mitglieder der Schwarzen Pfote.

"Nach der Schule Lagebesprechung im Hauptquartier.

Die Schwarze Pfote hat einen neuen Fall".

"Cool".

Fips Augen leuchteten.

"Um was geht's denn?" "Später", winkte Merlin ab und lief los.

Auf der Treppe zum Eingang warf er Charlotte einen geheimnisvollen Blick zu.

"Und ich hab auch schon einen Verdacht".

So.

Und jetzt dürft ihr euch einen Band der Schwarzen Pfote schnappen und auch mal vorlesen.

Ich bin gespannt.

Ciao!

Unter #liesmirvor bekommt ihr Inspiration für euer nächstes Schmöker-Abenteuer. Schaut regelmäßig vorbei und holt euch eure Buchtipps von Kinder-Krimi-Autoren, Jugendbuch-Schriftstellerinnen oder Vorlese-Prominenten.