Schülerstipendium Bist auch du ein „Talent im Land?“
Viele junge Menschen in Deutschland haben es aufgrund der wirtschaftlichen oder sozialen Lage ihrer Eltern in der Schule schwer. Genau hier setzt das Programm „Talent im Land – Bayern“ , kurz „TiL“, an. Das Stipendium unterstützt begabte und engagierte Schülerinnen und Schüler in Bayern auf ihrem Weg zum (Fach-)Abitur, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft Hürden zu überwinden haben.
Masuma Aliyeva ist seit 2022 Stipendiatin und für sie ist „TiL“ weit mehr als nur ein Förderprogramm. Im Video erklärt sie, was das Stipendium für sie ausmacht, was sie an der „TiL-Familie“ so schätzt und richtet einen klaren Appell an andere Schülerinnen und Schüler in Bayern, denen es ähnlich geht wie ihr:

Hallo, ich bin Masuma Aliyeva, bin 18 Jahre alt und lebe hier in Unterfranken.
Heute möchte ich dir das Schülerstipendium “Talent im Land Bayern” vorstellen.
Das für Chancengleichheit im Bereich der Bildung steht und wieso du dich da bewerben solltest?
Das Stipendium “Talente im Land Bayern”, abgekürzt “TiL” gibt es hier in Bayern seit 2005.
In Baden-Württemberg, dem anderen Bundesland, wo es existiert, gibt es es sogar seit 2004.
Das heißt nächstes Jahr, 2025, feiert “TiL Bayern” sein 20.
Jubiläum.
Aber heute bin ich aus einem anderen Grund hier.
Ich will dich motivieren, dich bei diesem Stipendium zu bewerben, da es sich wirklich lohnt und eine große Hilfe ist bei allem, was du in deinem schulischen Leben machst und noch erreichen möchtest.
Aber worum geht es bei “TiL Bayern” überhaupt?
Nämlich das Stipendium wird durch das Bayerische Kultusministerium finanziert und möchte motivierte, ehrgeizige und engagierte Schüler, die ihr Fach- oder normales allgemeines Abitur erreichen wollen, auf dem Weg dahin unterstützen.
Und das nicht nur finanziell, sondern ideell.
Ich erkläre euch, was das heißt, denn es sind nicht nur die 100 €, die wir monatlich erhalten, sondern letztendlich auch andere Zuschüsse, zum Beispiel für Geräte wie einen Laptop, den man sich sonst vielleicht nicht hätte leisten können.
Somit vereinfacht uns das das digitale Lernen und somit, dass wir auch auf dem aktuellen Stand sind und nicht wegen finanziellen Schwierigkeiten nicht mitkommen können.
Aber was ist jetzt so besonders an “TiL” neben der finanziellen Unterstützung?
Gibt es ein ideelles Programm.
Nämlich hat man verschiedene Programme, wie beispielsweise Seminare wie Rhetorik oder Zeitmanagement und auch weitere Workshops, zum Beispiel Theater oder ganz andere Dinge, die man ja nicht einmal aufzählen kann, weil sie jedes Jahr meistens auch variieren.
Somit kann man sich immer wieder weiterbilden.
Vielleicht weil einfach bei der Familie, wenn man einen Migrationshintergrund hat, das nicht möglich gewesen wäre, weil die Eltern vielleicht auch kein Deutsch sprechen können.
Was bei mir zum Beispiel zutrifft.
Also geht es in diesem Stipendium darum, dass der Schüler bis zum Abitur begleitet wird.
Man wird nicht alleingelassen, nicht nur von der offiziellen Seite wie von der Nora oder dem Kultusministerium, sondern auch einfach von den Stipendiaten selbst.
Wenn man in dieses Stipendium reinkommt, fühlt man sich wirklich herzlich angenommen.
Denn die Menschen sind so freundlich, sehr offen und so verständnisvoll.
Man kann es nicht einmal richtig beschreiben.
Und zwar, dass alles in sehr kurzer Zeitraum und wenn du schon hier in Bayern lebst, mindestens in die neunte Klasse gehst und mindestens zwei Jahre Schule vor dir hast, bevor du Abitur machst, hast du die meisten Bedingungen auch erfüllt.
Wenn du dich dazu noch engagierst, motiviert bist und auch noch dazu zielstrebig dein Ziel zu erreichen und damit dein Abitur zu bestehen, kannst du erwarten, dass du gut genug für dieses Stipendium bin.
Ich kann dir gerne erzählen, wie ich überhaupt an dieses Stipendium gekommen bin.
Als ich in der neunten Klasse war, habe ich mich endlich getraut, mich zu bewerben.
Jedoch habe ich von dem Stipendium erst in der achten Klasse sogar gehört.
Aber leider hatte ich mich nicht getraut, mich in der achten Klasse zu bewerben.
Aus verschiedenen Gründen.
Der eine war zum einen, dass ich nicht wusste, wie lange ich hier noch in Deutschland bleiben konnte bzw.
durfte.
Und der andere Grund war einfach, dass ich nicht sicher war, ob ich überhaupt gut genug da bin.
Wirklich.
Ich stand auch vor dem Bildschirm und habe mir so oft gedacht, wie viele andere viel viel besser sind als ich, wie viele andere viel viel mehr tun.
Sie haben viel, viel mehr Engagement, sie haben viel, viel bessere Noten als ich, habe ich mir gedacht.
Jedoch hat es sich ganz anders gewendet.
Ich wurde aufgenommen und ich kann gar nicht sagen, wie gut es sich anfühlt, da drin zu sein, denn es ist etwas wirklich, ganz, ganz Besonderes.
Und wenn du jetzt Zweifel hast, bitte tu das dir nicht an.
Versuch wenigstens dich anzumelden, denn es ist lebensverändernd und es lohnt sich wirklich.
Die Mühe lohnt sich.
Selbst wenn die erste Bewerbung nicht klappt, hast du noch zwei weitere bzw.
so viele wie du kannst.
Denn “TiL” schätzt es wirklich sehr, wenn man es wieder versucht und man merkt sich das ja natürlich.
Wenn sie sehen, dass du ein guter Kandidat wärst, werden sie dich auch nehmen, denn sie wollen zielstrebige, motivierte Menschen.
Sie wollen Jugendliche, die wenigstens sich Mühe geben in dem, was sie gerne tun.
Deine Noten müssen nicht die besten, auf keinen Fall.
Aber du musst wenigstens die Motivation zeigen, dass du bereit bist, dir die Mühe zu machen.
Masuma Aliyeva
Masuma Aliyeva ist 18 Jahre alt und besucht die 11. Jahrgansstufe des Martin-Pollich-Gymnasiums in Mellrichstadt. Geboren ist sie in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku und lebt mit ihrer Familie seit 2015 in Deutschland. In der 9. Klasse hat sie sich für einen Stipendienplatz bei „Talent im Land – Bayern“ beworben. Nach einer erfolgreichen schriftlichen Bewerbung und dem darauffolgenden Vorstellungsgespräch wurde sie in die „TiL-Familie“ aufgenommen.