Theaterklasse am Gymnasium Bewegung, Emotionen und Zusammenhalt

In unseren Theaterklassen am Chiemgau-Gymnasium kommen Kinder zusammen, die zwar ähnliche Interessen haben, aber auch ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Manche haben Vorerfahrungen aus der Grundschule, einige besitzen schon ein großes Selbstbewusstsein, andere sind ruhig und zurückhaltend. Gemeinsam ist allen, dass sie gerne in andere Rollen schlüpfen, sich ausprobieren und kreativ sind. Das sind beste Voraussetzungen für eine besondere Form des Unterrichts. Denn Offenheit und Neugierde werden in der Theaterklasse gestärkt, demokratische Grundprinzipien konsequent eingeübt.

Schüler:innen einer Theaterklasse erleben die Begegnung mit anderen sehr körperlich, Bewegung und Erprobung ästhetischer Formen sind Kern vieler Übungen und Aufgaben. Sie setzen sich konstruktiv mit Themen wie Identität, Emotionen, Hoffnungen und Wünschen auseinander. Sie spüren sich selbst nach, lernen vor anderen aufzutreten und das Auftreten anderer zu beobachten, zu beschreiben und hilfreiche Tipps zu geben. Zum Beispiel dazu, wie neu Erlerntes umgesetzt werden kann.

Gestaltungsaufgaben, die immer in kleinen Gruppen bewältigt werden, fordern von den Kindern aktives Zuhören. Einzelne müssen sich zurücknehmen. Jeder soll sich einbringen, Kompromisse werden ausgehandelt. Die Einübung dieser Rituale stärken die Gemeinschaft und schaffen eine unschätzbar wertvolle Grundlage für ein demokratisches Miteinander. In den gemeinsamen Theaterstunden lernen sich die Kinder von einer ganz anderen Seite kennen. Fähigkeiten und Charakterzüge, die im „normalen“ Unterricht keine große Rolle spielen, treten hervor, es wird viel gelacht. In entspannter und doch konzentrierter Atmosphäre wachsen die Kinder immer wieder über sich hinaus, sie sitzen nicht still, bewegen sich, erleben den Schulraum anders und beleben ihn neu.

Schaut euch im Video an, wie das in der Praxis aussehen kann.

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 Emotionen sind cool!

Wir können einmal so runtergehen.

Go!

Also mein Lieblingsmoment war als alle über diese Decke gestolpert sind.

Ich fand’s cool, dass wir viele verschiedene Sachen gemacht haben.

Servus!

Baba!

Schon nach den ersten wenigen Wochen gemeinsamer Arbeit entsteht Vertrauen untereinander, das mit der Zeit noch zunimmt. Theaterunterricht bedeutet für die Schülerinnen und Schüler etwas Aufregendes, weil ihnen die Möglichkeit zugestanden wird, selbst Gestaltende zu sein. Fantasie einsetzen, sich selbst etwas ausdenken, in andere Welten eintauchen, all dies lieben Kinder. Sie lernen dabei aber trotzdem, dass Rahmungen wichtig sind und schulen ihr ästhetisches Urteilsvermögen.

Das finden auch ehemalige Theaterklassen-Schüler:innen, die momentan die Oberstufe an unserer Schule besuchen. Im Blitzlicht-Video erfahrt ihr mehr über ihre Eindrücke zur Theaterklasse.

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 Wenn ich an die Theaterklasse denke, dann fällt mir auf jeden Fall als erstes Teamgeist ein.

Freundschaft und Zufriedenheit!

Das wären die ersten Begriffe, die ich damit verbinden würde.

Also wenn ich als erstes an die Theaterklasse denke, dann fällt mir unsere erste Theaterfahrt ein, weil wir da alle noch so neu waren und wir waren alle so jung und aufgeregt.

Wir wussten alle noch nicht, wie wir uns ins Theater einfinden können.

Wir waren aber alle so begeistert und waren alle neugierig auf diese neue Erfahrung.

Ich weiß noch, da hatten wir die erste Probe auf dieser Theaterfahrt und haben überlegt.

Dieses Gefühl von Aufregung war einfach da und dieses Gefühl von Neugier.

Das fand ich sehr schön.

Das erste, was mir einfällt, wenn ich an die Theaterklasse denke, ist einfach der Zusammenhalt, der währenddessen einfach entstanden ist.

Und auch das Selbstbewusstsein, wo ich gemerkt habe, dass es in mir gewachsen ist.

Durch dieses Auftreten, auf der Bühne stehen, und sich präsentieren müssen oder ein Stück zu präsentieren.

Vor allem über seinen eigenen Schatten springen.

Generell war die Gruppe sehr cool.

Und das ist jetzt noch immer irgendwie.

Die Verbindung ist immer noch immer da.

Und das ist echt schön.

Zum einen, dass man Kompromisse trifft und einfach mit dem ganzen Team zusammenarbeitet.

Aber auch die ganzen Momente, die man hatte – die besonderen Dinge.

Etwas zusammen zu erarbeiten und auch einfach Zeit mit den anderen zu verbringen.

Ich bin selbstbewusster geworden.

Generell habe ich viele Freunde kennengelernt und bin auch immer noch sehr gut mit ihnen befreundet.

Allgemein dieses zusammen das Stück aufführen und dann das Gefühl danach, wenn es zu Ende war und das Publikum geklatscht hat und wir wussten: Wir haben das alles zusammen erarbeitet und sind zusammen so weit gekommen.

Ich glaube schon, dass das uns auch viel Selbstbewusstsein gegeben hat.

Gemeinsam etwas zu entwickeln und das als Team, als Klasse auf die Bühne zu bringen und dann dort zu stehen und laut zu sprechen vor einem Publikum, was man vorher vielleicht gar nicht so gemacht hat.

Das ist auf jeden Fall eine super wichtige Erfahrung, um zu sehen, man macht das gut und steht dann selbstbewusst vorne mit Haltung.

Das ist auf jeden Fall eine sehr wertvolle und prägende Zeit gewesen.

Also gelernt haben wir in der Theaterklasse, dass wir uns frei hinstellen können.

Dass wir reden können.

Dass wir selbstsicher sind und Also gelernt haben wir in der Theaterklasse, dass wir uns frei hinstellen können.

Dass wir reden können.

Dass wir selbstsicher sind und dass wir auch eine hohe Selbstachtung haben.

Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass man auch mal seine eigene Meinung durchsetzen sollte.

Ich habe auf jeden Fall gelernt, dass Theater Menschen zusammenbringt.

Weil ich das dann in den nächsten Klassen gemerkt habe, wo wir neu zusammengewürfelt wurden.

Man hat sich viel schwerer getan, die Leute wirklich kennenzulernen, weil durchs Theater sieht man oft Teile, die die Menschen gar nicht präsentieren oder die Menschen so im normalen Alltag nicht zeigen.

Im Theater hat man die Menschen auf eine so schöne Weise ganz anders und ganz tief kennengelernt, was man später in normalen Klassen nicht geschafft hat.

Das hat das Theater schon unterstützt.

Deutlich reden, würde ich sagen.

Wir werden auch jetzt im Unterricht oft darauf angesprochen: „Ach ja, das sind doch die von der Theaterklasse.

Lest ihr mal vor.“ Wie gesagt, auch mit anderen Leuten mit Konflikten gut umzugehen, weil ja doch immer viele verschiedene Meinungen aufeinandergetroffen sind.

Das haben wir auf jeden Fall auch gelernt.

Ich würde sagen, die ganzen Leute, die man dadurch kennengelernt hat.

Und die ganzen Erlebnisse, die man dadurch gemacht hat.

Dass wir wirklich jeden Mittwoch da zusammengekommen sind und einfach immer so viel Spaß hatten miteinander.

Und ich bin mit vielen einfach jetzt noch immer so gut befreundet.

Und man hat jetzt immer noch diese irgendwie besondere Verbindung miteinander.

Das war schon einfach ganz anders als in den anderen Klassen.

Dieses Gefühl von so einer besonderen Spannung zwischen allen.

Also man hatte schon immer so ein Gemeinsamkeitsgefühl.

Diese Klassengemeinschaft, die ich wirklich da so besonders gemerkt habe.

Und auch dieses, dieses auch mit Jungs zusammenzuarbeiten.

Und auch diese Nähe.

Das klingt zwar kitschig, aber es ist fast wie eine zweite Familie so ein bisschen gewesen, wo man sich einfach geborgen gefühlt hat.

Theaterklassen sind nicht nur für die Kinder ein förderndes Angebot, sondern für jede Schule eine Bereicherung. Sie schärfen das künstlerisch-ästhetische Profil einer Schule, beleben und verändern den Schulraum und das Schulleben. Auch für die Lehrkräfte einer solchen Klasse verändert sich etwas. Denn was die Schüler:innen im Theaterunterricht lernen, nehmen sie mit in den Fachunterricht. Als erfahrene Lehrerin in Theaterklassen erlebe ich, wie die Kinder zunehmend sicher vor der Klasse auftreten, immer wieder empathisch füreinander einstehen oder konstruktive Lösungsvorschläge für Probleme anbieten. Theaterklassen sind einfach klasse!

Konstanze Schuch

Konstanze Schuch

Konstanze Schuch ist Lehrerin für Deutsch, Englisch und Theater. Sie unterrichtet seit 2003 am Chiemgau-Gymnasium Traunstein. Die Theaterklassen am ChG betreut sie seit 2015.